Montag, 22. April 2013

Kuhschelle, Küchenschelle - Pulsatilla


Auch wir haben eine großen Garten und sehr viel Platz für die eine oder andere Pflanze.

Lange Zeit hat mein Mann Familie und Freunde terrorisiert mit dem Wunsch nach einer Kuhschelle.
Keiner kannte sie, keine wusste wo man sie bekommt. Er hatte sie vor einer Gaststätte gesehen und sich nach dem Namen erkundigt und seither verfolgte ihn der Wunsch nach genau dieser Pflanze.
Den konnte ich ihm im Herbst dann erfüllen!
 

Bezeichnung und Gattung

Man nennt sie Kuhschellen oder auch alternativ Küchenschellen. Der korrekte botanische Name lautet Pulsatilla. Sie gehören zur  Pflanzengattung der Familie der Hahnenfußgewächse

Der botanische Gattungsname leitet sich aus dem lateinischen pulsare für Läuten oder Schlagen ab und bezieht sich auf die glockenförmigen Blüten vieler Arten. 

Charakteristika am Beispiel der gewöhnlichen Kuhschelle

Deutscher Name: Gewöhnliche Kuhschelle
Familie: Ranunculaceae
Pflanzengruppe: Stauden
Herkunft: heimisch  
Pflanzenhöhe: bis 25 cm
Wuchsform/ Wuchsverhalten:  buschig/horstbildend 
Pflanzen pro m²: 10
Pflanzabstand: 30 cm
Geselligkeit:  einzeln (in kleinen Tuffs) 1-3 (bis 5) Stück oder in kleinen Tuffs 3-5 (bis 10) Stück  
Blütenfarbe: violett
Blütezeit:  März  bis  April 
Blütenbeschreibung:  Einzelblüte/Blume: einfach
Blütenstand: meist einblütig
Blütenform: glockenförmig, auch ausgebreitet 
Blattbeschreibung: 
      Blattform: gefiedert
      Blattfarbe: grün   
Lebensbereich:  Steinanlagen an sonniger Stelle auf trockenem Boden  
Bodenart: gut durchlässig
pH-Wert: neutral  
Zusätzliche Verwendung:  Extensive Dachbegrünung,  Bienenweide 
Pflegehinweise: Rückschnitt vor der Samenreife um Selbstaussaat zu vermeiden. An optimalen Standorten kaum Pflege nötig.
Diese Pflanze ist giftig.


Systematik,Verbreitung, Farben

Es ist eine Gattung der Nordhalbkugel. Das Verbreitungsgebiet reicht von Eurasien bis Nordamerika, vom Kaukasus bis Türkei, und auch in Japan oder Korea gibt es Kuhschellen. Bevorzugt findet man sie im Gebirge, da sie so genügsam sind.
Es gibt etwa 33 Arten in der Gattung Kuhschellen (Pulsatilla). Das Farbspektrum reicht von weiß über Rosa, Gelb bis hin zu Lila und Rot und Purpur.
Es gibt sogar eine schwarze Kuhschelle. Die schwarze Schönheit von der Wiese Pulsatilla pratensis ssp. nigricans ist in der Natur nur sehr selten zu finden und deshalb in Deutschland auch besonders geschützt.


Standort und Vorkommen
Die Gewöhnliche Kuhschelle ist eine Steppenpflanze aus der Reihe der Hahnenfussgewächse, die in West- und Mitteleuropa verbreitet ist, heute aber nur noch selten wildwachsend auf Trockenrasen, Magerrasen und Heiden oder in trockenen lichten und warmen Kiefernwäldern anzutreffen ist. Sie steht unter strengem Naturschutz und wird in der Roten Liste als gefährdet eingestuft. Die Standorte zeichnen sich durch kalkhaltige Böden und eher milde Klimate aus. Die Kuhglocke liebt einen warmen, nach Süden ausgerichteten Standort, viel Licht und kalkreichen, steinigen Lehmboden, der nicht gedüngt sein darf. Es handelt sich um eine ideale Pflanze für den Steingarten oder oberen Randbereich von Trocken- oder Natursteinmauern.. Einen etwaigen fehlenden Kalkgehalt kann man ohne weiteres mit einem Löffelchen zerstoßener Eierschalen ausgleichen.

Pflege

Die Pulsatilla vulgaris ist eine sehr genügsame Pflanze. Hat sie einmal Fuß gefasst, bleibt sie einem ohne große Betreuung viele Jahre treu: Düngergaben braucht sie nicht, Schädlinge und Krankheiten sind nicht bekannt. Sie blüht jedes Frühjahr reicher und versamt sich sogar an günstigen Orten von selbst.
Das Motto bei den Kuhschellen lautet wohl eher: KEINE Pflege.
Bloß nicht gießen, mal abgesehen von einem ganz kleinen Schluck im allerersten Hochsommer. Danach ist das Wurzelwerk tiefgehend genug entwickelt, um auch die letzten Feuchtigkeitsreste im Boden selber zu erlangen) und auf gar keinen Fall düngen.

Einzig im zeitigen Frühjahr kann man das abgestorbene Laub abschneiden; muss dabei aber schon aufpassen, die frischen Blütenknospen, die sich darunter verbergen, nicht zu beschädigen.

 
Bezug 

Man erhält sie in zahlreichen Online-Shops, leider in den ortsansässigen Gartenmärkten sehr sehr selten.

Ich bezog sie über Stauden Stade und kann diesen Anbieter nur empfehlen. Bestellung und geplante Lieferung erfolgte problemlos. Bei der Bestellung konnte ich eine Kalenderwoche für die Lieferung bestimmen, natürlich zum Geburtstag meines Mannes und alles klappte tatsächlich. Obwohl ich lange vorher bestellt hatte, erfolgte der Lastschrifteinzug erst nach der Lieferung.

Die Verpackung war exzellent, ist ja bei lebenden Pflanzen ganz wichtig! Sie wurden liebevoll und sicher verpackt, kamen unbeschädigt und sogar noch feucht hier an. 

Unsere Bestellung und die dazugehörigen Preise: 

Meine Bestellung umfasste alle, hier verfügbaren Farben, mir fehlt die schwarze Kuhschelle - das habe ich bei der Recherche zu diesem Bericht bemerkt: 

    3 Pulsatilla vulgaris Rubra (Rotblühende Garten-Kuhschelle)   je 2,50 EUR
    3 Pulsatilla vulgaris Alba (Weißblühende Garten-Kuhschelle)  je 2,50 EUR
    3 Pulsatilla vulgaris (Gewöhnliche Kuhschelle) je 2,25 EUR
    3 Pulsatilla vulgaris Papageno (Bunte Garten-Kuhschelle je 2,50 EUR 

Für Versand und Verpackung zahlte ich 6,80 EUR.
 

Pflanzung

Wir haben sie im letzten Herbst gleich an einem sonnigen Standort vorsichtig gepflanzt. Sie kamen in kleinen 9x9 cm Töpfen und machten einen kräftigen Eindruck.

Der Empfehlung gemäß haben wir sie in kleinen Trupps, je 3 Pflanzen mit einem Pflanzabstand von ca. 30 cm gepflanzt und gut gewässert. Im Herbst sah man nur das wunderschöne, gefiederte Blattwerk, bis der Schnee alles zudeckte.
 

Das Erwachen

Der Winter war hart und lang. Mit einer gewissen Besorgnis besichtigten wir bei Schneefreiheit unsere Kuhschellen. Sie waren kaum wieder zu finden und wir befürchteten das Schlimmste. Kaum 2 Wochen nach dem letzten Schneefall allerdings zählten wir durch, alle 12 Pflanzen hatten den Winter überlebt. Zarte Blätter kämpften sich durch den schweren Boden und bereits erste Blütenknospen zeigten sich. 3 Wochen nach dem letzten Schnee erfreuten uns die ersten Blüten. Das ist der Wahnsinn! Kaum Blattwerk, aber schon die ersten großen und kräftigen Blüten. Das wird ein voller Erfolg! Hauptblütezeit ist März/April, je nach Wetterlage!


Der Anblick 

Schon beim Einpflanzen gefiel mir das zarte, gefiederte Blattwerk, so edel und fein, klein und doch beeindruckend. Noch mehr beeindruckt war ich von dem Anblick der sich entwickelnden Blütenknospen. Sie sind im Verhältnis zum Blattwerk sehr groß und behaart und wirken sehr interessant. Eine Art Flaum schützt die Knospen. Sie fallen völlig aus dem Rahmen und wirken schon in diesem frühen Stadium sehr dekorativ. Öffnen sich die Blüten, so erinnern sie an Glockenblumen mit vielen Strahlen, ein kleiner aber sehr edler Farbtupfer. Verschiedene kräftige Farben wie Lila oder Weiß der Blütenblätter umkreisen ein gelbes Herz. Eine echte Schönheit, vor allem auch durch den Farbkontrast. Sie stehen unglaublich lange und bereiten dem Gärtner sehr viel Freude. Sie werden ca. 25 bis 30 cm hoch.

Laut Aussage meines Mannes beeindrucken noch die verblühten Blütenstände und sehen sehr attraktiv aus. Darauf bin ich sehr gespannt. Es sollen flauschig aussehende Fruchtstände sein. Deshalb wird Verblühtes hier auch nicht entfernt. Mir gefallen sie, so klein und zart wie sie jetzt noch sind. Ich hoffe, sie entwickeln sich zu kleinen, buschigen Trupps mit entsprechender Strahlkraft.

 
Mein Fazit

Die Kuhschelle trägt zwar einen naiven Namen, überzeugt aber durch Schönheit und Zartheit in jeder Phase des Wachstums. Sie bereichert jeden Garten und gibt zum Beispiel kleinen Beeten und Rabatten oder auch einem liebvoll angelegten Steingarten Glanz und Ausstrahlung. Ich gebe sie nicht mehr und kann sie dank ihrer Genügsamkeit und Unkompliziertheit bei einem sehr günstigen Einkaufspreis nur jedem Gartenbesitzer mit Sinn für das Besondere nur empfehlen!

 

 

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