Freitag, 11. Mai 2012

BEEM Fresh-Aroma-Perfect Deluxe - Kaffeelotterie!

Ich war auf der Suche nach einer neuen Kaffeemaschine, unsere alte hatte sich in die ewigen Jagdgründe verabschiedet. Eine Kaffeemaschine gehört vermutlich zur Grundausstattung eines jeden Haushaltes, wird täglich benutzt und sollte einen wohlschmeckenden Türkentrunk produzieren.

Wir trinken wirklich sehr viel Kaffee, vor allem am Wochenende. Trotzdem war ich auch bei unserem hohen Konsum der Meinung, dass sich die Anschaffung eines Vollautomaten nicht rechnet. Nichtsdestotrotz wollte ich die Möglichkeit haben, frisch gemahlenen Kaffee irgendwie automatisch oder halbautomatisch zu verarbeiten und zu genießen und sah mich nach bezahlbaren Alternativen um!

Die Firma BEEM wurde mir als wahrer Experte für Kaffeemaschinen empfohlen, so war es nicht verwunderlich, dass ich auf ein Gerät aus dem Hause BEEM verfiel.

Es sollte ein besonders innovatives Modell mit Mahlwerk sein: 

BEEM Fresh-Aroma-Perfect Deluxe Version 2 Edition Eckart Witzigmann


Technische Daten: 

Farbe: Edelstahl / schwarz -Kombination
Modell - Fresh-Aroma-Perfect Deluxe W5.001
Artikelnummer - D2000.645
Nettogewicht - 4.65 kg
Produktmaße (L x B x H) - 245 x 315 x 394 mm
Betriebsspannung 230 VAC
Netzfrequenz 50 Hz
Leistungsaufnahme 1.000 W
Füllmenge Mahlwerk 100 - 120 g Kaffeebohnen, je nach Bohnengröße
Füllmenge Isolierkanne 1,5 Liter


Produktbeschreibung: 

Elektronisch gesteuerte Kaffeemaschine mit integriertem Mahlwerk für den besten Kaffeegenuss. Aus der Eckart Witzigmann Edition, d.h. mit Isolierkanne und Permanent-Goldfilter. Wahlweise mit Mahl & Brüh- oder nur Brühfunktion. Das Gerät mahlt, je nach Einstellung auch per Zeitschaltuhr, die gewünschte Menge Kaffee und transportiert ihn zum frischen Brühen in den Filter. Kaffeegenuss pur! Dazu eine hochwertige, doppelwandige Isolierkanne aus Edelstahl 18/10 für bis zu 10 Tassen heißen Kaffee über viele Stunden.


Im täglichen Gebrauch: 

Wir haben uns sehr auf diese Kaffeemaschine aus dem Hause BEEM gefreut und waren ganz aufgeregt, als diese im Oktober 2011 hier eintraf. Fix ausgepackt und nach einem kurzen Blick in die Bedienungsanleitung haben wir die nötigen Reinigungsmaßnahmen durchgeführt. Optisch gefiel sie uns sehr sehr gut: edel, hochwertig, modern und das blaue Display entlockte uns ein lautes Ahhhh.

Sie passt perfekt zu unseren anderen Küchengeräten im dekorativen schwarz, silbernen Design. Die Bedienung funktioniert gut, man braucht die Bedienungsanleitung eigentlich nicht wirklich. Die Anzahl der Knöpfe ist überschaubar und die Beschriftung bzw. die Symbole eindeutig.

Etwas skeptisch war ich von Anfang an gegenüber dem Permanentfilter, der ja vom Hersteller als Vorteil genannt wird. Naja, ich habe früher schon mal mit so einem Teil gearbeitet und meine Vorurteile haben sich hier wieder bestätigt. Die Reinigung ist einfach ein Desaster. Nach jedem Kaffeekochen muss dieser am besten unter fließend Wasser – sehr viel fließend Wasser - ausgespült werden. Meist wird er trotzdem nicht sauber, er ist sehr sehr engmaschig und ich benötige zusätzlich die Bürste. Schon wenn ich den Griff des Filters berühre, habe ich auch Kaffeepulver an den Händen und an allem, was ich danach anfasse. Die Sauerei im Waschbecken sieht entsprechend aus, so feines Kaffeepulver entsorge ich lieber im Mülleimer statt ihn in der Spüle wieder und wieder kleben zu haben. Da tröstet mich der nun entfallene Kauf von Filtertüten nicht, denn ich zahle stattdessen ein Vielfaches an Wassergeld und opfere Arbeitszeit. Außerdem muss ich den Filter nun trocken lassen und kann eine zeitlang keinen Nachschub produzieren. Den Einsatz meiner Geschirrhandtücher habe ich hier strikt verboten, maximal darf Küchenpapier als Beschleunigungshilfe eingesetzt werden. Soviel zum Thema besonders umweltfreundlich!

Inzwischen nutze ich viel lieber wieder Filtertüten, nur leider passt keine handelsübliche Größe in den Einsatz. Sie muss also geknickt und gefaltet werden und kippt trotzdem regelmäßig um und verteilt den Kaffeesatz in Richtung Kaffeekanne. Schon bei einer der ersten Benutzungen fiel auf, der Filtereinsatz lässt sich nur wieder in die richtige Stellung schwenken, wenn die Kanne eine ganz bestimmte Position hat, mit den Griff ganz nach rechts. Das ist nervig, immer erst die Kanne justieren. Stichwort Kanne: die tropft und ist sehr unhandlich, sie lässt sich nicht komplett entleeren.


Da ich keine Kaffeebohnen im Haus hatte, nutzte ich die ersten Tage ausschließlich nur die Brühfunktion mit handelsüblichem Kaffeepulver – natürlich die Sorte, die wir seit Jahren mögen und bevorzugen. Ich habe experimentiert und variiert: Tassenanzahl, Kaffeemenge, Wassermenge – der Kaffee schmeckte nicht. Entweder ähnelte er eine schlecht gebrühten Tee oder aber, er war so bitter, dass er nur mit 4 Stück Zucker und reichlich Milch genießbar wurde. Die Temperatur schwankte zwischen lau, lauwarm und leicht heiß. Richtig heiß, so dass man sich den Mund verbrühen würde, war er tatsächlich in den vergangenen 7 Monaten nie. War ich dann der Meinung, jetzt habe ich die richtige Einstellung gefunden, das Ergebnis entspricht wenigstens ansatzweise meinen Vorstellungen, so war der folgende Kaffee mit den gleichen Einstellungen und Mengen wieder ungenießbar! Zum Verzweifeln!

Gut, jetzt hieß die Rettung: wir nutzen das Mahlwerk und kaufen Kaffeebohnen. Schließlich sieht das Konzept Selbiges ausdrücklich vor.

Hätte gar nicht gedacht, dass das gar nicht mehr so einfach ist. Meist bekommt man nur riesige Abpackungen mit dementsprechenden Preisen, Pads, Kapseln oder eben Pulver. Irgendwann erwischte ich dann mal ein normales Päckchen Kaffeebohnen und hoffte immer noch auf leckeren Kaffee. Schließlich ist das doch eine innovative Kaffeemaschine und schuld kann eigentlich nur meine Unfähigkeit sein, oder?

Um es abzukürzen, die Nutzung des Mahlwerkes ist simpel, einfach Bohnen in den Behälter, Mahlstärke einstellen und entsprechende Einstellungen vornehmen … das kann auch eine 6jährige. Nur der Kaffee blieb ungenießbar! Das Mahlwerk ist zwar laut, aber es handelt sich schließlich nicht um eine Küchenwaage und wir finden die Lautstärke immer noch akzeptabel (wird in Kundenrezensionen immer wieder kritisiert). Ich finde es faszinierend, wie der Kaffee aus dem Behälter nachrutscht, gemahlen wird und schließlich im Filter landet. Es verbreitet sich ein leckerer Kaffeeduft im ganzen Haus. Nur was nützt das, wenn das Endergebnis nicht schmeckt. Es blieb eine Lotterie.

Anfangs war unser größtes Problem die Mahlstärke. Der Kaffee gelangte viel zu grob in den Filter, sah aus wie aus der Schrotmühle, und wurde dort nicht komplett gebrüht. Es verblieb immer ein Rest, der nie mit Wasser in Kontakt gekommen war. Hier setzte dann doch irgendwann der gesunde Menschenverstand ein und ich wandte mich hilfesuchend an den Hersteller. Schließlich hatte ich in Kundenmeinungen gelesen, die Mahlstärke kann man beim Hersteller nachjustieren lassen. BEEM ignorierte meine Anfragen diesbezüglich allerdings konsequent! Dank der zeitraubenden Experimente war natürlich auch die Frist für das Zurücksenden des Gerätes abgelaufen. Aber Amazon ist kundenfreundlich und unterstützt die Kontaktaufnahme mit dem Verkäufer! Dieser reagierte sofort und veranlasste einen kostenfreien Rücktransport zum Hersteller. Vielen Dank!


Bei der Fehlerbeschreibung gab ich nicht nur die Probleme mit dem Mahlwerk an, sondern auch, dass der Filter tropft, die Kanne tropft, der Kaffee nicht wirklich heiß ist und meistens ungenießbar bleibt. Innerhalb weniger Tage erhielt ich mein Gerät zurück. Laut beiliegender Bestätigung hatte man das Mahlwerk feiner mahlend justiert, das Gerät überprüft und die Kanne ausgetauscht. Die neue Kanne sah allerdings nicht wirklich neu aus, wies deutliche Gebrauchsspuren auf, aber sie tropft deutlich weniger als ihr Vorgänger. Natürlich bleibt sie klobig und schwer, schwierig auszugießen und ein Rest verbleibt immer in ihrem Bauch. Tatsächlich tropft auch der Filter weniger, allerdings gelegentlich immer noch. Die Nachjustierung der Mahlstärke verlief erfolgreich. Jetzt war das Kaffeepulver so fein, dass es bis in die Tasse gelangte. Das lässt sich aber über die Einstellung des Mahlwerkes wieder regulieren, jetzt habe ich hier ja wieder alle Möglichkeiten.
Trotzdem bleibt ein Mangel: es wird nicht die komplette Menge Kaffeepulvers gebrüht.
Das Endergebnis hat sich leider auch nicht geändert. Egal, ob ich Bohnen oder Pulver nutze, das Kaffeekochen mit diesem Gerät ist und bleibt ein Glücksspiel. Mal ist er ansatzweise heiß und richtig, mal ist er lau und bitter, mal ist er kalt und ähnelt gefärbtem Wasser.

Loben muss ich hier noch die Programmierfunktion, mit der kann ich vorher meine Kaffeemaschine auf eine bestimmte Kochzeit programmieren. Das funktioniert sowohl mit Pulver als unter Einsatz des Mahlwerkes auch mit Kaffeebohnen. Wenn ich früh meine Küche betrete, riecht es bereits nach leckerem Kaffee und ich muss ihn nur noch eingießen. Leider liegt die Erfolgsquote ca. bei 1 zu 5; von 5-mal Kaffee kochen, schmeckt dann das Ergebnis gerade nur einmal so, wie ich es mir ungefähr vorstelle.


Fazit: 

Für uns war der Kauf dieser Kaffeemaschine ein teurer Reinfall. Konzept, Idee, Bedienung und Design gefallen, sind innovativ und modern. Leider waren das schon alle Pluspunkte, die ich hier nennen kann, denn mit diesem Produkt wird das Kaffeekochen zum Glückspiel – und meistens verliere ich dabei wie im realen Leben haushoch. Der Kaffee wird weder mit gleich bleibender Qualität gekocht, trotz gleicher Einstellungen und identischer Befüllung, noch ist er wirklich heiß. Von gefärbtem Wasser, über einer teeähnlichen Brühe bis hin zu einer ungenießbaren, bitteren Espressoqualität ist hier alles möglich. Wir haben alles ausprobiert, verschiedene Mahlstärken, verschiedene Kaffeesorten und Pulver, Bohnen, verschiedene Mengeneinstellungen und und und – es blieb und bleibt ein Glücksspiel. Man weiß nie genau, was die Kanne heute hergibt. Mal ist er recht gut und sogar recht warm, mal trifft eher das Gegenteil zu.

Die Kanne ist sehr klobig, schwer und schwierig zu händeln. Ein Füllen der Kaffeetassen ohne Kleckern ist eigentlich nicht möglich. Letztlich erfolgte die Konstruktion so ungünstig, dass man sie nie komplett entleeren kann. Der Permanentfilter ist für mich überhaupt keine Alternative zu den Filtertüten. Die Säuberung ist abartig, selbst mit Bürste nur schwierig zu bewerkstelleigen, ein nochmaliger Einsatz der Maschine verzögert sich enorm. Er lässt zu fein gemahlenen Kaffee ungebremst bis in die Kaffeetasse durch. Der Wassertank lässt sich nicht reinigen, weil er fest verbaut ist!


Dafür sieht sie aber gut aus, arbeitet recht schnell und die Lautstärke erscheint uns durchaus angemessen. Leider bekomme ich aber nur recht selten einen akzeptablen Kaffee und das war doch eigentlich das Ziel dieser Neuanschaffung!


Update August 2012!

Der BEEM-Kundendienst hat prompt auf diesen Erfahrungsbericht reagiert. Gemeinsam haben wir nach einer Lösung gesucht, ganz im Sinne des Kunden – und gefunden.
Es stellte sich heraus, dass ich für unsere Kaffeegewohnheiten das falsche Modell gewählt hatte. Man bot mir freundlicherweise einen Austausch an, den ich natürlich dankbar annahm und mit dem ich inzwischen hochzufrieden bin.
Das nenne ich Kundendienst! Danke!
Wer den ausführlichen Testbericht lesen möchte, kann das hier! Und wer den ausführlichen Bericht über das Austauschmodell lesen möchte, kann das hier!

1 Kommentar:

  1. Das ist wirklich sehr ärgerlich, meine Mom hatte auf mal so ein pech ich weiss aber nicht mehr um welche Kaffeemaschiene es sich dabei gehandelt hat. Wünsche dir ein schönes WE.LG

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